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Digitale Technologien und die Schweizer Bevölkerung

6 min.
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von Marc K. Peter

2 Beiträge

Die zweite Ausgabe des «Digital-Radar Schweiz – Monitor Bank WIR 2023» erhebt die Einschätzung der Schweizer Bevölkerung zu den Vorteilen und Nachteilen digitaler Technologien sowie deren Kompetenzen. Die Studie zeigt, wie gross der Einfluss von Alter, Bildung und Einkommen auf die Wahrnehmung digitaler Technologien ist und die Gesellschaft im digitalen Zeitalter weiter polarisiert.

Digitale Technologien bieten der Gesellschaft und Wirtschaft viele Vorteile, bringen aber auch Risiken: Mit der Abhängigkeit von der IT und dem Internet verbinden wir die reale, physische Welt zunehmend mit der digitalen Welt. Vieles funktioniert ohne Onlinezugang und Strom nicht mehr. Dies fordert auch die Konsumierenden und somit wiederum die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Mit der Bank WIR sowie gfs-zürich als Forschungspartnerinnen führte die Hochschule für Wirtschaft FHNW letztes Jahr die erste Digital-Radar-Studie durch. Der Monitor Bank WIR zeigte in der ersten Ausgabe 2022, dass knapp die Hälfte der Schweizer Bevölkerung daran interessiert ist, digitale Technologien zu beherrschen und Kompetenzen zu erlernen. Sie zeigte aber auch, dass Personen mit höherer Bildung und höherem Einkommen den digitalen Technologien gegenüber positiver eingestellt sind als Personen mit tieferem Bildungsniveau und Einkommen. Die grossen Unterschiede in den Subgruppen Alter, Bildung und Einkommen führt zu einer Technologie-Polarisierung der Gesellschaft.

In der nun vorliegenden zweiten Ausgabe 2023 (mit den Umfrageresultaten per Ende 2022) zeigt sich ein im Vergleich zur ersten Ausgabe sinkender Optimismus bezüglich der Vorteile der Digitalisierung. Die grössten Gefahren werden wiederum in den Bereichen «Überwachung durch Technologien», «Datenschutz / IT-Sicherheit» und «Abhängigkeit von IT / Internet» verortet. Über die Hälfte der Befragten sieht den Staat bzw. die öffentliche Verwaltung in der Verantwortung, Bürgerinnen und Bürger vor den Gefahren des Internets zu schützen. Aber auch sich selbst sehen die Befragten in der Verantwortung.

Mehr als zwei Fünftel der Befragten halten Schulen und Hochschulen für am geeignetsten, um die digitalen Kompetenzen der Bevölkerung zu erhöhen. Die wichtigste Kompetenz im Umgang mit digitalen Technologien wird in der Bereitschaft für lebenslanges Lernen gesehen. Speziell die Jungen sind fürs lebenslange Lernen offen. Auch Ende 2022 sind die Unterschiede in den Subgruppen Alter, Bildung und Einkommen hoch und deuten weiterhin auf eine gesellschaftliche Technologie-Polarisierung hin. Wer übernimmt mehr Verantwortung für die Entwicklung der digitalen Schweiz?

Neu beinhaltet die Forschungspublikation sechs Personas, welche wichtige Gruppen der Schweizer Gesellschaft widerspiegeln. Die mit DALL-E durch künstliche Intelligenz automatisch generierten Portraitfotos der sechs Personas helfen nicht nur bei der visuellen Anreicherung des Textes, sondern zeigen auch, wie digitale Technologien im Alltag allgegenwärtig geworden sind.

Das Forschungsteam hofft, mit dem «Digital-Radar Schweiz – Monitor Bank WIR» den Diskurs und die Massnahmenplanung zu unterstützen und somit die digitalen Kompetenzen der Bevölkerung nachhaltig zu erhöhen.

Digital Radar 2023

Weitere Informationen:

www.digital-radar-schweiz.ch

www.wir.ch/digital-radar-schweiz

 

Beitrag Tagesschau auf SRF1 vom 21. Mai 2023: hier geht’s lang

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Marc K. Peter

Leiter Kompetenzzentrum Digitale Transformation an der FHNW Hochschule für Wirtschaft

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1 Kommentar

  1. Wyss Martin |

    Guten Abend
    kann ich bei Ihnen ein zweites 3a Konto führen, ist das möglich?
    (so könnte ich bei meiner Pension das Geld gestaffelt beziehen)

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