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Strategie-Balance: 10 Erfolgsgründe für KMU

7 min.
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von Pascal D. Staub

2 Beiträge

Zu viel, zu wenig. Zu akademisch, zu unbedarft. Zu tiefgehend, zu pragmatisch. Bei der strategischen Arbeit in KMU ist die kostbare Zeit von Unternehmer und Geschäftsleitung sorgsam und zielfokussiert zu investieren. Gedanken, Tipps und Anregungen für die passende Dosis.

Einblicke aus meiner Arbeit für mehr als 300 KMU in über 20 Jahren Beratungstätigkeit legen schonungslos offen: Strategiearbeit in KMU kommt mehrheitlich zu kurz. Gefährlich, denn eigentlich kann sich das kein Unternehmen leisten. Heute weniger denn je.

Betroffene Unternehmer sind sich dessen zumeist sehr bewusst. Über Jahre haben sie aber gelernt, mit ihrem diesbezüglich schlechten Gewissen zu leben. Im Zuge der heutigen Dynamik, wie sich Gesellschaft, Bedürfnisse und Branchenstandards verändern, ist dies ein Spiel mit dem Feuer.

Die Schlagworte hierzu: «Digitalisierung» und «digitale Transformation». Während hier der Fokus meist auf technologischen Aspekten und auf Prozessen liegt, wird die tatsächliche Bedrohung oft übersehen: Der gesellschaftliche Wandel, der durch neue Möglichkeiten und Angebote der digitalen Welt in rasender Geschwindigkeit erfolgt. Still und heimlich, aber mit fataler Wirkung für jene, die sich den Herausforderungen nicht stellen, die sich daraus ergeben.

 

Themen-Tsunami lähmt KMU

Fakt ist: Kaum ein Unternehmen wird heute in fünf Jahren noch gleich arbeiten und funktionieren können, ohne sich damit in eine Sackgasse zu manövrieren. Auch das ist bekannt. Aber wie hypnotisierte Mäuse vor einer Schlange, stehen viele KMU gelähmt und ohnmächtig vor dieser wohl wichtigsten Aufgabe. Wer sich ihr stellen will, der kann. Auch hier gilt: wer will, findet Wege – wer nicht will, findet Gründe.

Der häufigste mir genannte Grund für das Zögern liegt im Respekt vor dem vermuteten Aufwand, gekoppelt mit Angst vor dem Unbekannten, dem wenig Vertrauten. Genährt wird diese Angst durch den Themen-Tsunami umfangreicher Publikationen, Referate, Ausbildungsangebote und einer unüberschaubaren Menge sogenannter Strategieratgeber. Das oft gezogene Fazit liegt nahe: «Worüber so viel geschrieben wird, muss ja extrem komplex sein. Dem fühle ich mich nicht gewachsen.»

Nachfolgend zehn Begründungen, wieso Sie Strategiearbeit jedoch unbesorgt angehen können:

  1. Ihr Wille allein entscheidet über Erfolg.
    Ihre Strategiereise beginnt mit einem einfachen Schritt, um den Bann zu brechen. Dieser erste Schritt heisst: «Ja, ich will!» Nicht mehr, nicht weniger. Der verbindlich gefasste Entschluss, das sich selbst gegebene Versprechen, bildet die Basis für den Weg in die Zukunft.
  2. Sie müssen nicht selbst zum Experten werden.
    Länger dauernde Weiterbildungen oder Seminare sowie die Lektüre oben erwähnter Tsunami-Komponenten verschlingen Zeit und Geld. So spannend diese sind, Entscheidungen nehmen Ihnen diese nicht ab. Mit Sicherheit haben Sie sich zudem in den letzten Monaten bereits intuitiv das erforderliche Grundwissen angeeignet und ein Bauchgefühl entwickelt. Bauen Sie auf Ihre Kompetenz, Ihr Wissen und Ihre Erfahrung sowie diejenige Ihrer Mitarbeitenden und teilen Sie dies mit Strategie-Experten, die Sie auf Ihrer Reise begleiten.
  3. Sie können getrost auf Vertrauen bauen.
    Rekrutieren Sie sorgfältig Ihren Reiseleiter. Konsultieren Sie Empfehlungen aus Ihrem Netzwerk. Achten Sie darauf, dass angegebene Referenzen Ihren Dimensionen entsprechen. Denkhaltung, Wertvorstellungen und Beratungsphilosophie müssen zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passen. Ihr Reiseleiter muss in erster Linie an Ihrer Zukunft und nicht primär an seinem Honorar interessiert sein. Ist dies gegeben, können Sie sich ihm anvertrauen und ihn fair entschädigen.
  4. Strategiearbeit kostet Sie als Unternehmer wenig Zeit.
    Betrachten Sie die gesamten Geld- und Zeitersparnisse, die Sie gewinnen, indem Sie sich nicht selbst zum Strategie-Experten machen. Sie erkennen darin geschaffene Reserven. Investieren Sie diese in einen klar strukturierten Strategieprozess, den Ihr Reiseleiter für Sie konzipiert. Ein guter Prozess integriert Ihr Wissen, liefert Ihnen solide Entscheidungsgrundlagen und absorbiert Sie zeitlich nur wenig.
  5. Der Einbezug Ihrer Mitarbeitenden spart Geld.
    Ein erfahrener Reiseleiter Ihrer Strategieexpedition involviert gezielt und bewusst möglichst viele Menschen aus Ihrem Unternehmen in Arbeitspakete und Teilprojekte. Auch wenn diese dadurch Zusatzleistungen erbringen und gesteigerter Beanspruchung standhalten müssen, spart dies letztlich Kosten. Nicht durch die Reduktion extern erforderlicher Ressourcen, sondern über eine gesteigerte Identifikation, einen optimierten internen Abgleich und eine verkürzte Projektdauer, bis Ihr Unternehmen betriebswirtschaftlich von der geleisteten Arbeit profitiert.
  6. Sie benötigen nicht «den grossen Wurf».
    Als KMU schaffen Sie Einzigartigkeit und Begehrlichkeit über eine Vielzahl an Qualitätsmerkmalen, über welche Sie sich im Wettbewerb nachhaltig differenzieren können. Es muss nicht immer zwingend die eine, umwerfende Innovation sein, mit der Sie sich über «best in class» abheben. In vielen Punkten nicht der Beste, sondern einfach nur besser zu sein als andere, reicht aus. Denn so werden Sie insgesamt nicht nur einzigartig, sondern verunmöglichen Ihrer Konkurrenz, Sie zu kopieren.
  7. Evolutionen sind meist erfolgreicher als Revolutionen.
    Ihr Unternehmen ist bereits heute eine Marke, die für Ihr Angebot, Ihre Identität und die Qualität Ihrer Leistung steht. Sie haben mit Ihrem Unternehmen bereits Geschichte geschrieben. Eines der wertvollsten Assets einer Marke ist die Kontinuität. Aus ihr erwächst Vertrauen und Loyalität. Wenn Sie auf Ihrem geschichtlichen und unternehmerischen «Erbe» aufbauen und Ihre Strategie daraus entwickeln, kapitalisieren Sie damit die bisherigen Erfolge Ihres Unternehmens.
  8. Sie öffnen nicht die Büchse der Pandora.
    Ein professioneller Strategie-Experte arbeitet interdisziplinär in ein Netzwerk von Fachspezialisten integriert. Keiner ist selbst die «eierlegende Wollmilchsau», sondern greift auf im Rahmen Ihres Strategieprogramms erforderliche Kompetenzen zurück. Damit werden falsche Entscheidungs-grundlagen, Irrwege und verhängnisvolle Fehlannahmen auf ein Minimum reduziert. Von selbsternannten Strategie-Allroundern sollten Sie absehen.
  9. Zukunft macht Spass und setzt Energien frei.
    Strategiearbeit verhält sich ähnlich wie Sporttreiben. Hat man sich mal dazu überwunden, fühlt es sich gut an. Training und Vorbereitung sind zwar zuweilen schmerzhaft und können einen an Grenzen führen. Doch schon erste Zwischenerfolge führen neue Energien zu und spornen zum Weitermachen an. Schon bald weiss man sehr genau, wie sich der Moment der Zielerreichung anfühlen wird, der durch Beharrlichkeit und Konsequenz mit Sicherheit erreicht werden wird.
  10. Alles ist besser als nichts tun.
    Egal wie Sie es drehen und wenden: Sie können nichts falsch machen, wenn Sie sich strategischer Arbeit zuwenden und es für Ihr Unternehmen in Angriff nehmen. Verändern und anpassen müssen Sie. Sie haben lediglich die Wahl zwischen Fremdsteuerung und Eigenkontrolle. Und letztere ist nicht nur praktisch ein Synonym für Unternehmertum, sondern ist auch der deutlich erfolgreichere Lösungsansatz für eine wirtschaftlich attraktive Zukunft.

Konnten Sie diese 10 Aspekte davon überzeugen, sich der Strategiearbeit für Ihr KMU zuzuwenden, liegt Ihr Schlüssel zur erfolgreichen Reise nur noch in einem: in der Balance.

Finden Sie das ideale Gleichgewicht zwischen zu viel und zu wenig an strategischer Arbeit, man kann sich nämlich auch «kaputt-strategieren». Wählen Sie das richtige Verhältnis zwischen umfangreicher Konzeptarbeit und pragmatischer, umsetzungsorientierter Methodik. Denn manchmal ist «einfach mal versuchen» sowie danach korrigieren und optimieren zielführender, als eine 100-prozentige Lösung auf dem Papier entwickeln zu wollen. Und ganz wichtig: Suchen Sie die gesunde Balance zwischen «best in class» und «besser».

Die Strategie-Balance für den Erfolg eines KMU besteht letztlich darin, besser statt nur gut, oftmals einfach nur besser anstatt immer der Beste sein zu wollen – dafür aber darauf zu achten, dass man einzigartig ist und so auch wahrgenommen und erlebt wird.

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