Menu

«KMU-Kunden wählen vermehrt den unkomplizierten Weg»

10 min.
jonas-kiefer-foto.1024x1024

von Jonas Kiefer

22 Beiträge

Die Coronakrise hat die Kommunikation verändert und Digitalisierung beschleunigt: Tino Krause, Facebook-Länderchef für den deutschen Sprachraum, erklärt im Interview die Rolle von WhatsApp & Co. – und die Wichtigkeit von relevanten Inhalten für die Zielgruppe.

WIRblog: Es gibt immer mehr etablierte Social-Media-Kanäle: Warum sollen KMU dabei ausgerechnet auf Facebook setzen?

Tino Krause: Unsere Produkte bieten Unternehmen eine grosse Vielfalt, mit ihren Kunden in Austausch zu treten und neue Kunden zu erreichen. Gehen wir nach dem Feedback, was uns erreicht, sind E-Commerce und Social Shopping auch auf Instagram momentan wichtiger denn je. Für viele war es in der Krise sogar die einzige Möglichkeit, Handel zu treiben. Während das öffentliche Leben zunehmend eingeschränkt wurde, bewiesen kleine und mittelständische Unternehmen auf Instagram weiterhin wahre Grösse. Dabei standen vor allem Hashtags wie #shoplocal oder #supportlocal im Mittelpunkt. Daneben bietet WhatsApp-Business speziell Kleinunternehmerinnen und -unternehmern die Möglichkeit, schnell und einfach mit ihrer Kundschaft zu kommunizieren. Insbesondere seit Beginn der Krise sehen wir, dass Kundinnen und Kunden vermehrt diesen unkomplizierten Weg wählen, um mit Unternehmen direkt in Kontakt zu treten und Informationen zu geänderten Services oder aktuellen Angeboten zu erfragen.

Was braucht ein KMU, um erfolgreich neue Kunden über Facebook zu gewinnen?

Grundsätzlich empfehlen wir Unternehmerinnen und Unternehmern, regelmässig relevante Inhalte für ihre Zielgruppe zu veröffentlichen. Das können inspirierende Fotos, Informationen zu Services oder Produktangebote sein. Es ist wichtig, die eigenen Kanäle immer aktuell zu halten und auf Fragen und Wünsche aus der Community einzugehen, um die Kundenbindung zu stärken. Je nach Unternehmenszielen können darüber hinaus die Targeting-Optionen bei Werbeanzeigen helfen, gezielt neue Kundschaft zu erschliessen.

«Für viele war es in der Kreise die einzige Möglichkeit, Handel zu treiben.»

Der Werbeanzeigen-Manager wird stets komplexer. Stichwort Ressourcenfrage: Kann ein KMU ohne Digital-Marketing-Spezialist überhaupt noch den Durchblick behalten?

Ja, natürlich. Auf unseren Plattformen können Unternehmen schnell eine grosse Zahl an Menschen erreichen oder einzelne Personengruppen mit massgeschneiderten Inhalten ansprechen. Unsere Tools sind dabei so gebaut, dass sie Unternehmen rasch weiterhelfen können. Wir beraten die Schweizer Wirtschaft aber auch bei der Anwendung unserer Tools beziehungsweise dem digitalen Wandel und investieren langfristig in digitale Bildung: Mit «Inspire & Connect» haben wir eine Schweizer Webinar-Serie initiiert, um Agenturen, Kunden und KMU zu helfen, unsere Plattformen zu nutzen. In den Sessions geht es um die aktuellsten Neuerungen, aber auch darum, welche Creatives zum Beispiel während Corona besonders gut laufen. Das Webinar ist ein monatliches Format. Wir nehmen uns immer genügend Zeit, Fragen zu beantworten. Ansonsten ist unser Facebook for Business-Bereich ein guter Startpunkt für die Erstellung von Werbeanzeigen beziehungsweise die richtige Adresse, um zu einem Thema nochmal tiefer einzusteigen.

Wenn Du einen Wunsch hättest für die Zukunft: Wie sähe die Zusammenarbeit zwischen KMU und Facebook aus?

Wir haben gesehen, wie wichtig es ist, zuzuhören und so herauszufinden was KMU gerade brauchen und wie wir bei Facebook unterstützen können. Besonders in der Corona-Krise wurde mir erneut bewusst, wie wichtig ein digitales Standbein ist, das in der Krise vielen kleinen Unternehmerinnen und Unternehmern geholfen hat, ihre Vermarktung und Kommunikation auf flexible Art und Weise digital auszurichten.  Ich bin der festen Überzeugung, dass es Innovationen, Investitionen und Vertrauen benötigt, um den digitalen Wandel voranzutreiben – insbesondere in Zeiten wie diesen. Wir verstehen uns dabei als starker Partner der Schweizer Unternehmen. Unser Bestreben ist es daher definitiv, noch mehr KMU zu erreichen, ihnen als Berater zur Seite stehen, Bedenken zu nehmen und den Herausforderungen der Digitalisierung gemeinsam mutig zu begegnen.

 

Mit dem dritten Teil endet die Interview-Serie. Bisher erschienen: «Digitalisierte KMU haben Grund zur Hoffnung» (Teil 1 vom 12. Oktober 2020) und «Social Media, um mit Kunden in Kontakt zu bleiben» (Teil 2 vom 19. Oktober 2020).

Interview-Serie mit Tino Kraus

Tino Krause leitet seit Februar 2019 als Country Director DACH die Geschäftsentwicklung des Unternehmens in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in führenden Mediaagenturen und Unternehmen gilt er hierzulande als einer der wichtigsten Experten und Vertreter der Marketingbranche. 

Bevor Tino Krause zu Facebook wechselte, war er Chief Executive Officer bei MediaCom, Deutschlands grösster Mediaagentur, und kümmerte sich dort insbesondere um die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Zu seinen Aufgaben zählten ausserdem die Optimierung des Bestandskundengeschäfts sowie der Kundenausbau. 

Von 2013 bis 2017 war Tino bei der Mediaagentur MEC (heute Wavemaker), wo er erst in der Rolle des Chief Operating Officers und ab 2016 als Chief Executive Officer arbeitete. Vor seinem Wechsel zu MEC sammelte er langjährige Erfahrungen bei grossen Unternehmen: Fast fünf Jahre war er bei Telefónica in Madrid und übernahm dort schnell die Position des Head of Media & CRM Communication. Zuvor war Tino bei der Audi AG tätig und übernahm dort die Verantwortung für das nationale Mediamanagement. Seine Karriere begann er bei MediaCom, nachdem er 2002 erfolgreich das Studium der Business Administration an der Friedrich-Schiller-Universität Jena abschloss.

Kommentare

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare.

Ihr Kommentar

Abbrechen Neuen Kommentar erfassen
Kein Kommentar

Nächster Artikel

Digital

Mehr aus der KategorieDigital

QR-Rechnung: Was Sie wissen müssen

Ab 1. Oktober 2022 ist nur noch die QR-Rechnung im Schweizer Zahlungsverkehr zugelassen. Alle Finanzinstitute – dazu gehört natürlich auch die Bank WIR – verarbeiten keine orangen und roten Einzahlungsscheine mehr.

Mehr

Webinar zur QR-Rechnung mit Beni Schwarzenbach

Beni Schwarzenbach, CEO von QR Modul, erklärt in einem Webinar wie Sie für Ihre Firma oder Ihren Verein mit QR Modul den QR-Zahlteil erstellen und QR-Rechnungen einzeln oder in Serie erstellen.

Mehr

«Wir helfen KMU-Betrieben beim Wachstum»

Auf dem Renovationsportal «Hausheld.ch» platzieren Haus- und Stockwerkeigentümer seit 2016 Auftrags- und Renovationswünsche aller Art. Mitgründer und Co-CEO Paul Preiss erläutert im Interview die Vorteile für KMU.

Mehr

«Digital-Radar Schweiz»: Furcht vor Cyberkriminalität und Überwachung

Die Schweizer Bevölkerung sieht in digitalen Technologien grosse Vorteile, fürchtet sich aber auch vor den Risiken. In der neuen Schweizer Langzeitstudie «Digital-Radar Schweiz – Monitor Bank WIR» zeigen sich Unterschiede nicht nur nach Altersgruppen, sondern auch punkto Einkommensniveau und Bildung der Befragten – beispielsweise bei der Angst vor einem Arbeitsplatzverlust durch digitale Technologien.

Mehr