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Hausbau: 5 Tipps von der Finanzexpertin

7 min.
Sandra Schwenn, Leiterin Kreditberatung - Privat- und Firmenkunden bei der Bank WIR

von Sandra Schwenn

3 Beiträge

Wer ein Haus bauen möchte, muss die Kosten im Griff haben – sonst drohen böse Überraschungen in Form von Mehrkosten und Baumängeln. Wie können Sie sich absichern?

1. Beauftragen Sie einen GU.
Ein Generalunternehmer (GU) übernimmt die komplette Bauleitung Ihres neuen Eigenheims – von der Planung bis zur Schlüsselübergabe. Der GU bietet Ihnen ein Kostendach und damit finanzielle Sicherheit. Das Risiko von Kostenüberschreitungen trägt der GU. Auch müssen Sie sich weder um das Einhalten der Termine noch um die Auftragsvergabe an Handwerker kümmern – dafür ist der GU verantwortlich. Damit haben Sie die grösstmögliche Planungs- und Budgetsicherheit. Dennoch sollten Sie den Werkvertrag gut durchlesen: So kann sich der GU zum Beispiel Preisanpassungen bei steigenden Materialkosten vorbehalten.

2. Überlassen Sie das Bauen den Profis.
Auch wenn Sie ohne GU bauen, setzen Sie für den Hausbau auf ein erfahrenes Architekturbüro und seriöse Handwerksbetriebe. So können Sie sicher sein, dass die Arbeiten fachgerecht und pünktlich ausgeführt werden. Selbst wenn Sie ein begnadeter Heimwerker sind: Laien unterschätzen den Aufwand oft. Und: Falsch ausgeführte Arbeiten am Haus können teure Folgekosten nach sich ziehen. Lassen Sie im Zweifelsfall einen Bautreuhänder die unabhängige Bauüberwachung vornehmen, dann können Sie sich beruhigt zurücklehnen.

3. Wählen Sie Ihre Baupartner weise.
Holen Sie von verschiedenen Unternehmen Offerten und vor allem auch Referenzen ein – und entscheiden Sie sich nicht einfach für den günstigsten Anbieter. Mit einer Firma, die unter dem Marktpreis arbeitet, steigt das Risiko von Bau- und Planungsmängeln. Seriöse Firmen erkennen Sie an einer persönlichen Beratung, einer transparenten Offerte und der Angabe von Referenzobjekten. Achten Sie auch auf diese Details, wenn Ihnen ein Unternehmen persönlich empfohlen wird. Wichtig ist, dass Sie eine Reserve für Kostenüberschreitungen einplanen – Experten raten zu etwa 10 % des Baubudgets – und die laufenden Kosten stets im Blick haben. So können Sie bei sich anbahnenden Mehrkosten schnell reagieren. Auch die Vorlage einer Betreibungsauskunft ist heute durchaus zulässig, denn nur so können Sie auch Schwarz auf Weiss sehen, ob die Bonität Ihres zukünftigen Partners gut ist.

4. Setzen Sie auf Nachhaltigkeit.
Denken Sie beim Bauen an die Zukunft: Eine energetische Bauweise erscheint zunächst teuer, ist aber nachhaltig und wertet Ihr Eigenheim langfristig auf. Die Energiegesetze bzw. die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) schreiben für Neubauten Mindeststandards vor, zum Beispiel punkto Wärmedämmung und Heizwärmebedarf. Darüber hinaus steht es Ihnen frei, Ihr künftiges Haus noch umweltfreundlicher zu bauen, zum Beispiel nach Minergie-P-Standard. Dabei profitieren Sie von Fördergeldern und Steuererleichterungen; auch erhöht sich der Wert Ihrer Liegenschaft und Sie senken den Heizwärmebedarf dauerhaft. Eine energieeffiziente Bauweise lohnt sich also auch aus finanzieller Sicht.

5. Planen Sie Ihre Finanzen langfristig.
Viele Bauherrinnen und Bauherren unterschätzen die laufenden Kosten eines Eigenheims. Nicht nur der Hypothekarzins, auch Rücklagen für Unterhalt, Umbauten und Sanierungen stehen an. Im Neubau geht manchmal vergessen, dass Bauteile, haustechnische Anlagen und Geräte vom ersten Tag an altern und irgendwann saniert oder ersetzt werden müssen. Auch die steuerlichen Aspekte eines Hausbaus sind nicht zu unterschätzen. Einzahlungen in die Säule 3a lohnen sich für fast jeden und können Ihre steuerliche Gesamtbelastung senken. Die Beratung durch einen Steuerexperten macht in den meisten Fällen Sinn. Wer baut, sollte also mit Blick in die Zukunft kalkulieren. Legen Sie Ihre Planung in vertrauensvolle Hände, damit Ihre Immobilie auch morgen noch finanzierbar ist und bei sich veränderbaren Lebenslagen bezahlbar bleibt.

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