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«Es begann mit Scherz-T-Shirts für Gugger»

6 min.
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von Volker Strohm

22 Beiträge

Fasnachtsvereine aus der ganzen Schweiz setzen beim Bedrucken und Gravieren auf eine Firma im Appenzellerland. Und auch für KMU-Kunden hat Simon Widmer von «siegelshop.ch» individuelle Lösungen zur Hand.

WIRblog: Simon, Deine Firma Siegel Reklamen GmbH ist im Bereich der sogenannten Druckveredelung angesiedelt. Was macht Ihr genau?

Simon Widmer: Wir bedrucken und gravieren Werbeträger. Zum grossen Hauptteil sind das Bekleidungsstücke wie T-Shirts, Pullover, Jacken, Caps – aber auch Werbegeschenke: vom Schlüsselanhänger bis zur Taschenlampe und vieles mehr. Unsere Kundschaft sind Firmen, Vereine oder öffentliche Organisationen, aber auch immer wieder Privatpersonen, die ein ausgefallenes, personalisiertes Geschenk suchen.

Ihr habt mit einen ganz speziellen Weg beschritten, um Vereinskunden auf euch aufmerksam zu machen – und zwar speziell in der Nische «Fasnachtsvereine» und «Guggenmusiken». Wie kam es dazu?

Meine Frau und Geschäftspartnerin sowie ich sind selbst begeisterte Guggenmusiker und haben zum Thema Fasnacht per se schon eine grosse Nähe. Wir wollten uns bekannt machen als Dienstleister für die qualitative, schnelle und individuelle Bedruckung von Vereinstextilien, die besonders bei den Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern meistens farbenfroh und auf ein Motto abgestimmt sind. Daraus entstand die Idee, Scherz-T-Shirts zu entwerfen, die jede Instrumentengattung mit einem zwinkernden Auge auf die Schippe nimmt. Gesagt getan: Die Idee wurde grafisch umgesetzt und auf unserem Shop unter der Rubrik «Alles für Gugger» aufgeschaltet. Parallel dazu wurden die Shirts mit Aufdrucken wie «Der tut nix, der will nur Sousaphone spielen» oder «Niemand ist perfekt, aber als Sousafonist ist man verdammt nah dran» in unseren Social-Media-Kanälen wie Facebook und Instagram veröffentlicht.

Mit Erfolg?

Und wie! Die Resonanz hat uns verblüfft. Über 500 solcher T-Shirts wurden innert kürzester Zeit verkauft. Und was noch viel verblüffender war: Die Fasnächtler sendeten uns neue Sprüche und Ideen für T-Shirts zu. Und erste «Gugger» aus dem Welschland baten darum, die Shirts auch ins Französische zu übersetzen.

«Niemand ist perfekt, aber als Sousafonist ist man verdammt nah dran.»

Wie lange dauern solche Kundenwünsche?

Lass mich kurz ausholen. Es gibt verschiedene Produktionsarten: Kleinauflagen, die «just in time» produziert werden, entstehen mit der sogenannten «Flex-Flock-Technik». Dabei wird eine Folie konturgeschnitten und heiss aufgepresst – wiir nennen das «plotten». Das hat den Vorteil, dass auch Metallic-Töne, Neon-Farben und sonstige Spezialeffekte gedruckt werden können. Bei grösseren Auflagen, also ab 15 Stück, produzieren wir die Textilien im Siebdruck. Ab Eintreffen der Bestellung im Shop dauert es fünf bis acht Tage, bis das Shirt am Zielort ankommt.

Wir sind immer noch bei der spontanen Shirt-Idee – die Geschichte geht aber weiter.

Genau. Bald hatten die Vereine gemerkt, dass unsere Stärke im Bedrucken und Gravieren von ganz vielen Materialien sind – so entstanden immer mehr Produkte rund ums Thema Fasnachtsvereine.

Beispielsweise?

Aktueller Verkaufsrenner sind Instrumentenüberzüge. Das sind Stoffüberzüge, die mit Bildern bedruckt werden, die die Kunden selbständig im Shop hochladen. Diese Überzüge schützen Blasinstrumente davor, dass Schmutz, Konfetti, Bonbons und andere Fremdkörper in den Schallbecher des Instruments gelangen zum Beispiel. Diese Überzüge werden auf Mass gefertigt und wir freuen uns selbst immer wieder über die lustigen Bilder, die wir zum Teil drucken dürfen.

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Mit Lasergraviermaschinen lassen sich verschiedenste Materialien bearbeiten – hier zwei filigrane Beispiele aus Holz.

Du hast das «Gravieren» angesprochen. Welche Produkte im Zusammenhang mit der Fasnacht sind hier gefragt?

Wir verfügen über Lasergraviermaschinen für verschiedenste Materialien: Holz, Acryl, Glas, Leder, aber durchaus auch Stahl, Gold, Silber und andere Metalle. Letzteres kommt vor allem zum Einsatz bei der Gravur von Flachmännern mit lustigen Motto-Gravuren oder Give-Aways wie Taschenlampen und Sackmessern. Bei Fasnächtlern sind es auch mal Schnupftabakdosen oder hölzerne Geschenk-Verpackungen für Jubiläumsgeschenke oder Mitglieder-Ehrungen.

Lässt sich jedes Motiv gravieren?

Eine kleine Einschränkung gibt es natürlich schon, wenn man ein schönes Resultat haben will. Während Schriften und Logos meistens keine Probleme darstellen, sind Fotos oder Landschaftsbilder meistens nur dann schön gravierbar, wenn das Bild starke Kontraste aufweist und so in ein schönes Schwarzweiss-Bild umgewandelt werden kann. Auch muss ein Bild eine gute Druckauflösung aufweisen, wobei dies heute meistens schon eine Handykamera hergibt. Beim Konturschnitt von beliebigen Formen wie Buchstaben oder Logos können wir bis zu einer Materialdicke von drei Zentimetern arbeiten. Da sind Holz, Acryl oder Styropor besonders geeignet und erzielen zum Beispiel für Werbeschriften oder dekorative Logo-Schnitte schöne Effekte.

«Gerade bei der Kundschaft aus der Baubranche, die bei uns bedruckte Arbeitstextilien bestellt, ist WIR sehr beliebt.»

Bei Vereinen, wo neue Mitglieder und möglicherweise auch Fans dazustossen, drängt sich die Frage auf: Wie sieht es mit Nachbestellungen aus?

Das ist im Bereich der Textilveredelung, also Druck und Stickerei, eine durchaus berechtigte Frage. Oftmals werden Mindest-Auftragsgrössen definiert – man kann zum Beispiel erst ab zehn Stück bestellen, weil die Einrichtung der Maschinen für einen Kleinstauftrag einen wirtschaftlich nicht vertretbaren Aufwand darstellt. Vermeintlich. Wir haben deshalb nach einem Weg gesucht, für Firmen, Vereine und Spassgruppen eine günstige Nachbestellmöglichkeit anzubieten. Mittels Siebdruck-Transferverfahren lassen sich nämlich unbenutzte Druckmotive vorproduzieren, die dann bei uns eingelagert werden können. Bei Bedarf ruft man dann eine beliebige Textilie ab und kann diese mit dem bereits vorproduzierten Druck zu sehr kleinem Preis auch als Einzelstück nachproduzieren. Dabei muss diese Textilie nicht die Gleiche sein wie bei der vorherigen Bestellung. Für Firmen und Vereine, die das regelmässiger benötigen, bieten wir sogar die Einrichtung eines eigenen Online-Bestellsystem an: Dort können bequem die Kleinmengen-Bestellungen eingereicht werden können. Ein Service notabene, den wir auf Wunsch sogar auf eine ganze Kollektion ausweiten können, die fixfertig vordesignt wird.

Was heisst das konkret?

Die ganze Kollektion mit beispielsweise T-Shirts, Pullis, Caps, Jacken, Regenschirmen, Bonbondosen und so weiter ist im individuellen Design bereits in einer Bestellmaske hinterlegt. Der Kunde wählt nur noch Grösse und Menge aus – und bestellt bequem mit der WIRpay-App oder auf Rechnung. So ist der Bestellprozess extrem vereinfacht und der Kunde muss bei sich kein Textillager mehr haben. Die Lieferung erfolgt in der Regel innert einer Woche.

Das Thema WIR ist angesprochen. Welche Rolle spielt die Komplementärwährung für Dich?

Gerade bei der Kundschaft aus der Baubranche, die bei uns bedruckte Arbeitstextilien bestellt, ist WIR sehr beliebt. Aber auch Firmen, die mit WIR ein Vereinssponsoring finanzieren wollen, ist es schon praktisch, dass wir einen Annahmesatz von 80 Prozent auf dem Webshop haben. Bei grösseren Aufträgen ist es natürlich Verhandlungssache, wenn nicht über den Shop bestellt wird. Unser Mindestannahmesatz beträgt auf jeden Fall 20 Prozent.

Zur Person

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Simon Widmer

Geschäftsführer der Siegel Reklamen GmbH in Appenzell

Simon Widmer führt seit 2014 die kleine Werbetechnik- und Textilveredelungsagentur Siegel Reklamen GmbH in seiner Wahlheimat Appenzell. Der 40-Jährige startete seine Karriere als Kaufmann im Treuhandbereich, bevor er sich zum Werbetechniker umschulen liess. Widmer, der an der Universität Montpellier Französisch studierte, ist im Nebenamt Ressortverantwortlicher Marketing des Berufsverbandes VWP (Verband Werbetechnik + Print) und Leiter der Technischen Kommission Werbetechnik. Auf seinem Facebook-Profil beschreibt er sich als «kreativ, zielstrebig, unternehmerisch, im positiven Sinne ungeduldig».

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