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Der Unternehmergeist und die Ferien

4 min.
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von Karl Zimmermann

3 Beiträge

Wer seine Firma mit Herzblut führt, muss oft an anderer Stelle zurückstecken. Aber wo sind Unternehmer bereit, Kompromisse zu machen: bei der Freizeit, beim Urlaub oder auch bei der Familie? Diese und andere Fragen beschäftigen den Unternehmergeist.

Hier ein paar Tatsachen zum Thema Ferien: Im Jahr 2015 machte fast jeder fünfte Unternehmer gar keine Ferien, wie eine internationale Befragung unter 2600 Unternehmern ergab. Ausserdem nahm demnach jeder Siebte maximal fünf, knapp jeder Dritte maximal 20 Tage Urlaub. Und selbst wenn Unternehmer in die Ferien gehen, schalten sie nicht ab, wie die Umfrage zeigte. So gut wie alle arbeiten trotzdem weiter: Jeder Dritte arbeitet in dieser Zeit bis zu fünf Stunden, jeder Zehnte sogar zehn bis 20 Stunden pro Woche.
Ferien sind wichtig und gesund, man kann abschalten und neue Energie für den Alltag tanken – dies ist eine allgemein verbreitete Annahme. Jedoch: Wie wahr ist das wirklich?

Hallo ich bin es wieder, dein Unternehmergeist. Heute beginne ich mit einem Zitat von Buddha:

«Spannst du deine Saiten zu stark, werden sie einmal reissen!»

Hier eine Situation, die viele von uns kennen: Deine Partnerin oder dein Partner meckert, weil es doch möglich sein sollte, auch mal drei, vier Wochen am Stück Ferien zu machen, statt nur ein paar Tage. Doch viele Selbstständige, wie ich übrigens auch, bekommen allein bei dem Gedanken daran eine Panikattacke. Koffer packen, zuhause alles auf die Abwesenheit vorbereiten, im Stau stehen, von der Reise erschöpft ankommen, sich über die schmutzige, schlecht ausgerichtete Ferienwohnung ärgern, die Folgen des ungewohnten Essens ertragen, Spannungen durch obgenannte Faktoren ausbügeln – Stress lass nach! Ist das wirklich erholsam? Und wenn ja, was ist erholsamer: einmal lange Ferien oder mehrere kurze? Auch wir Unternehmergeister sind unterschiedlich belastbar und benötigen unterschiedlich viel oder wenig Zeit zur Erholung. Sowohl das Bedürfnis nach Ferien als auch deren inhaltliche Ausgestaltung ist individuell. Tauchen, Wandern, Kultur, Entdecken, Müssiggang – was entspannt dich am besten?

Bekannt ist aber: Es müssen nicht immer mehrere Wochen sein. Manchmal reichen auch ein paar Tage Ferien. Und die Langzeiteffekte sind vor allem dann positiv, wenn Ferien regelmässig über das Jahr verteilt gemacht werden.

«Es gibt kein allgemeingültiges Rezept für erholsame Ferien.»

Ob aktive oder passive Ferien, alleine, als Paar oder in Gruppen: Es gibt für mich kein allgemeingültiges Rezept für erholsame Ferien. Relevant für die langfristige Gesundheit und Zufriedenheit ist vor allem die individuelle Gestaltungsfreiheit: Wer selbst über Art und Zeitpunkt von Entspannung und Aktivität bestimmen kann, erholt sich langfristig am besten.

Was wirkt noch besser als Ferien?
Der Unternehmergeist regeneriert und entspannt sich am besten, wenn er jeden einzelnen Tag ein bisschen Ferien macht. Kleine Dinge können dabei eine grosse Wirkung haben: ein kurzer Spaziergang. Mit dem Kopfhörer laut Musik hören. Einen frischen Salat essen. Einen Kaffee trinken. Für mich haben auch Schlafdauer und -qualität einen positiven Langzeiteffekt: Wer nicht nur in den Ferien gut und viel schläft, fühlt sich deutlich erholter. Wichtig dabei ist laut Experten lediglich, dass man sich bewusst Zeit für etwas nimmt, das einem guttut.

In diesem Sinn: Ferien sind definitiv wertvoll für die langfristige Gesundheit! Überdenke einfach mal deine wirklichen Bedürfnisse nach Erholung, finde heraus, was dir am besten entspricht.

Dann: Plane spätestens am ersten Arbeitstag nach den Ferien bereits die nächsten Ferien und achte auf eine selbstbestimmte Durchführung.
Vielleicht nimmst du dir nun auch bewusst kurze, alltägliche Auszeiten und achtest auf gute Schlafmöglichkeiten. Oder, wie Rob Hill (ein US-Autor und Produzent) sagte: Mein Ziel ist es, mir ein Leben aufzubauen, von dem ich mich nicht im Urlaub erholen muss.
Und ich sage: So ist der Urlaub dann einfach noch das Sahnehäubchen obendrauf.

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